Nachhaltigkeit

#Noplastic – Aller Anfang ist schwer

Wie fast jeder haben auch wir Anfang des neuen Jahres unsere Vorsätze festgelegt. Neben den Klassikern, wie Abnehmen, mehr Sport machen und weniger Zucker essen, liegt uns einer von ihnen ganz besonders am Herzen.

Mit der Zeit, und die hat es bei uns wirklich gebraucht, fällt einem mehr und mehr auf wieviel Müll wir eigentlich produzieren. Ganz besonders erschreckend war für uns die Menge an Plastikmüll. Als vierköpfige Familie haben wir je eine 240l Tonne in farbenfrohen Gelb und Blau neben der 120l Restmülltonne (wöchentliche Leerung) stehen. Während der 4 Wochen zwischen den Leerungen haben wir es fast immer geschafft die beiden mehr als voll zu machen.


Bei der Papiertonne ist das vermutlich nicht ganz so dramatisch, allerdings auch hier kann man reduzieren. Dazu aber an anderer Stelle mehr. Die gelbe Tonne und die Menge an Plastik die wir darin Woche für Woche und Monat für Monat sammeln schockierte uns so sehr, dass wir anfingen zu recherchieren was mit dem ganzen Müll eigentlich passiert und wie er recycelt wird. Das Ergebnis unserer Recherche war ernüchternd und bestärkte uns in unserem Vorsatz.


Aber vielleicht wollt ihr euch selber eure Meinung bilden!?! Dann kann ich euch den Plastikatlas 2019 empfehlen. Er wurde vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) zusammen mit der Heinrich Böll Stiftung herausgebracht und kann kostenfrei als PDF heruntergeladen werden.

Uns war nicht mal im Ansatz bewußt, dass Deutschland nach Asien und den USA der drittgrößte Exporteur von Plastikmüll ist. Über 700.000 Tonnen senden wir unter anderem nach Malaysia, in die Niederlande, und nach Hongkong (beides nur Umschlagplätze) und Indien. Und was diese Länder oder deren Zielgebiete dann mit dem Müll anstellen wissen wir alle aus den Medien.

Wisst ihr eigentlich wer 2018 zu den 10 größten Plastikverschmutzern gehört?

  1. Coca Cola
  2. PepsiCo
  3. Nestlé
  4. Danone
  5. Mondelez International
  6. Procter&Gamble
  7. Unilever
  8. Perfetti Van Melle
  9. Mars
  10. Colgate Palmolive

Also mich überraschten die meisten Namen nicht wirklich, stehen doch einige von ihnen immer wieder in den Schlagzeilen und machen sich damit nicht unbedingt zum Symphatieträger. Nestlé und Danone haben was das angeht einen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen.


Mit dem Wissen über die deutsche Müllpolitik und die Umweltverschmutzung (besonders die Vermüllung der Weltmeere) im Hinterkopf haben wir an Weihnachten den Entschluss gefasst Plastik so weit wie es irgendwie möglich ist aus unserem Leben zu verbannen. Hierzu unterscheiden wir Plastik in 3 Kategorien:

  1. Kurzlebiges Plastik auf das verzichtet werden kann = schlechtes Plastik
  2. Kurzlebiges alternativloses Plastik = notwendiges Plastik und
  3. Langlebiges Plastik = tolerierbares Plastik.

Zur zweiten Kategorie gehören für uns z.B. Medikamentenverpackungen (wie Tuben, Dosen oder Blister), Baustoffmaterialien und deren Gebinde (Silikontube). Dieses Plastik ist leider notwendig, da es schlicht und ergreifend keine Alternativen gibt und im Falle von Medikamenten auch kein Verzicht möglich ist.

Kategorie 3 beinhaltet z.B. Spielzeuge, Aufbewahrungsdosen (u.a. Tupperware), derzeitig Trinkflaschen und Brotdosen, Lichterketten, Dekoartikel und noch ein paar Dinge mehr. Grundsätzlich geht es hier um die Lebensdauer, vielen Dingen kann man noch eine zweite Daseinsberechtigung geben. Wollt ihr z.B. weg von „Plastikdosen“ hin zu Behältnissen aus Metall oder Glas, dann könnt ihr die alten Schätzchen noch zur Aufbewahrung von Schrauben, Stiften und Co verwenden. Aber das nur als Tipp am Rande.

Das kurzlebige Plastik steht für uns nun ganz klar im Fokus und ihm geht es konsequent an den Kragen. Die Klassiker wie z.B. wiederverwendbare Gemüsebeutel und Baumwolltaschen statt Einkaufstüten aus Plastik werden viele von euch vielleicht bereit selber anwenden. Wir gehen ab sofort einen Schritt weiter und stellen alles was wir brauchen auf den Prüfstand.


Wir haben vor einigen Tagen den Versuch gemacht einen kompletten Familieneinkauf plastikfrei zu gestalten. Ein paar wenige Kompromisse sind wir zu Beginn es REWE eingegangen, aber von Gang zu Gang wuchs der Frust und die Kompromissbereitschaft schrumpfte dementsprechend. Über den Plastikdeckel der Nuss-Nougat-Creme konnten wir, den Kindern zuliebe, ja noch irgendwie hinweg sehen, die von Sohnemann gewünschten Spätzle und auch den Reis ließen wir im Regal stehen und auch auf das Toilettenpapier in Plastikverpackung verzichteten wir. Auch den Hinweis „Aber Mama, wir können doch nicht ohne Toilettenpapier auf die Toilette. “ ignorierten wir erfolgreich. Ebenso bei Wurst, Käse, Brot und diversen Hygiene- und Haushaltsartikeln mussten wir passen.

Unsere Ausbeute … sehr ernüchternd

Ein Licht am Horizont war der Bäcker, bei dem wir natürlich selbstverständlich unser Brot plastikfrei verpackt bekamen. Das stellt aber keine Besonderheit dar, denn ungeschnittenes Brot bekommt man immer in Papier eingeschlagen. Trotzdem war es nach diesem enttäuschenden Einkauf aufmunternd.


Fazit: Willst du wirklich auf alles unnötige Plastik verzichten musst du Einkaufsalternativen finden die du in deinen Alltag integrieren kannst! Und die sind meist gar nicht so weit entfernt wie man denkt. Hier könnt ihr weiterlesen!

 

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