Nachhaltigkeit

#Noplastic – Frische Lebensmittel

Nur von Nüssen, Reis, Müsli, Milch und Quark können wir uns leider nicht ernähren und das Toilettenpapier aus Bambus schmeckt vermutlich auch nicht und versorgt uns und die Kinder auch nicht mit den benötigten Vitaminen und was der Körper sonst noch so alles braucht. Also geht die Suche weiter und ein weiterer Samstagmorgen steht unter dem Motto „Wo bekommen wir unsere Lebensmittel plastikfrei?“.

Ihr habt sicherlich noch unseren ersten Versuch im örtlichen REWE Markt in Erinnerung. Hier bekommt man zwar Obst und Gemüse ohne Plastikverpackung und kann auch seine eigenen Beutel verwenden, allerdings ist eben auch nicht alles unverpackt (ohne Plastik) zu bekommen. Zur großen Enttäuschung unseres jüngeren Sohnes konnten wir Heidelbeeren nur in Plastikschale finden und so ist es auch mit einigen anderen Dingen.

Natürlich muss ich hier auch REWE loben, denn Sie haben die absolut unnötigen Plastikbeutel endlich verbannt, aber ganz konsequent sind sie bisher was Plastik in der Obst/Gemüse-Abteilung angeht eben nicht.


Mit meinen mitgebrachten Behältern kam ich an der Wurst/Fleisch/Käse-Theke leider auch nicht weiter. Die ansonsten so nette Fachverkäuferin nahm diese nicht an und erklärte mir sie dürfe das laut ihren Vorgesetzten nicht. Soweit so schlecht, also mussten wir eine Alternative finden. Und was liegt da näher als direkt zum Erzeuger zu fahren und da unser Glück zu versuchen. Vorher versuchten wir es jedoch im örtlichen Bioladen und waren auch dort schon erfolgreich. Wurst und Käse wurde uns über die Theke in unsere mitgebrachten Behälter gereicht. Auch das Brot bekamen wir dort wieder ungeschnitten in Papiertüte und ein stilles Wasser, das unserem bisherigen geschmacklich sehr nahe kommt, in Glasflaschen auch. Heidebeeren waren leider aus, dafür gab es dann noch einen Honig und einen leckeren Tee.


Am nächsten Tag haben wir einen Ausflug zu verschiedenen Hofläden und einem Frischemarkt unternommen, letzterer war mehr eine Notlösung, da es Samstag Mittag war und alle Metzgereien schon geschlossen hatten. Dazu aber später mehr.

Zuerst fuhren wir zum Hofladen vom Bauernhof Gut Hohenscheid mit dem Namen „Et Höffken„, da er am kürzesten geöffnet war und außerdem noch am Nächten lag. Wir waren auf der Suche nach weiterem Obst und Gemüse aus der Region und natürlich dem Käse und der Wurst, sowie dem Fleisch. Wir kamen zu einen süßen, sehr ordentlichen kleinen Laden mit nettem Personal. Die Obst- und Gemüseauswahl war sehr begrenzt, was aber sicherlich der Saison und auch der Philosophie des Ladens entsprach, nämlich überwiegend eigens produzierte Waren zu verkaufen. Leider waren die Fleisch- und Wurstwaren nur verpackt/eingeschweißt aus der Kühlung zu bekommen und so waren wir bis auf ein bisschen Gemüse und Obst auch nicht bereit mehr dort zu kaufen, wir mussten ja nun ohnehin noch zu einem weiteren Betrieb.

Auf dem Navi war schnell der Hielscher Hof gefunden und wir konnten uns auf den Weg machen zu Ziel Nummer zwei. Hier konnten wir direkt zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen, denn auch Das Schmidt Haus hatte wieder geöffnet. Eine riesengroße Auswahl an unverpacktem Obst und Gemüse, das dort zu einem Großteil selbst angebaut wird oder von Bauern aus der Region zugekauft wird. Hier fanden wir nun endlich auch die lange gemissten Heidelbeeren in einer super Qualität. Hierher wird es uns demnächst öfter verschlagen, denn die Anfahrt von etwa 15 – 20 Minuten nehmen wir gerne in Kauf. Etwas enttäuscht wurden wir dann allerdings vom Hofladen des Hielscher Hofes selber. Dieser war erstaunlich klein und die Plastikverpackungen sprangen uns aus allen Ecken an. Käse bekam man nur am Stück in Plastikfolie verpackt und auch das Fleisch und die Wurst war wieder, um der Haltbarkeitwillen in Plastik eingeschweißt.

Für mich und mein persönliches Empfinden macht es absolut keinen Sinn Bioqualität beim Hersteller zu kaufen und diese dann in Plastik vorverpackt aus einer Kühltheke zu nehmen. Das kann ich dann auch im Supermarkt mittlerweile.


Langer Rede kurzer Sinn, auf und davon zu Ziel Nummer 3. Google sei dank fanden wir noch einen Frischemarkt, der geöffnet hatte und auf seiner Internetseite erklärte man könne seine eigenen Behälter im Sinne der Nachhaltigkeit gerne mitbringen. Wäre es nicht schon kurz nach 14 Uhr gewesen hätten wir es bestimmt erstmal beim Metzger um die Ecke oder unserem Bioladen probiert, allerdings hatten beide schon geschlossen. Beim nächsten Mal sind wir schlauer und ich kann euch auch hierzu nocheinmal berichten.

Einmal quer durch die Innenstadt ans andere Ende der Stadt und dort ab in den Dornseifers Frischemarkt. Eine normaler Supermarkt wie man in nahezu an jeder Ecke findet, ähnlich wie Edeka und Rewe, aber eben ein bisschen Fortschrittlicher im Denken was Plastikvermeidung angeht. Hier durfte ich meine Behälter auf ein Tablett legen, das ganze wurde dann tariert und nach meinen Wünschen mit Fleischwurst, Salami, Schinken und Käse befüllt. Auch hier war wieder eine sehr freundliche Verkäuferin für uns da, die mir erklärte das sie noch alle ein wenig Übung mit der Handhabung der fremden Behältern bräuchten, das ganze aber gut von den Kunden angenommen würde und auch von der Kette vorgeschrieben wurde. Wir nahmen noch zwei verschiedene Flaschen Stilles Mineralwasser in Glasflaschen mit um Alternativen zu unserem bisherigen zu testen.


Jetzt möchte ich euch aber auch eine kleine Rechnung aufmachen:

 MengeSupermarkt (u.a. Frischetheke)HofladenBiomarkt
Gouda150g2,99€2,23€
Fleischwurst200g3,97€4,58€
Salami (Pute)150g3,58€5,23€
Serranoschinken100g2,99€ / 2,99€ (in Plastik)
Kartoffeln1kg1,99€2,30€
Äpfel1 kg2,99€4,50€
Paprika1kg2,99€7,90€
Tomaten1kg4,99€3,80€
GurkeStk.0,69€0,98€
Heidelbeeren125g2,99€ (Bio)1,95€

Wie ihr sehen könnt ist es wirklich nicht wesentlich teurer im Biomarkt oder im Hofladen einzukaufen, solange man sich saisonal ernährt und auf „exotische“ Sorten verzichtet. Wir haben bis dato regelmäßig im Rewe eingekauft und dort auch meistens Wurst, Fleisch und Käse von der Frischetheke. Aus diesem Grund wäre es auch falsch die günstigeren Produkte aus der SB oder vom Discounter, wie Lidl oder Aldi, hier zum Vergleich heran zu ziehen. Solltet ihr bisher vermehrt auf diese Produkte zurückgegriffen haben ist sowohl der Bio-, als auch der Hofladen deutlich teurer, aber das sollte ja logisch sein.

Fazit: Regionale und dazu noch unverpackte Produkte beim Hof- oder Bioladen sind etwas teurer als vergleichbare Ware im Lebensmittelgeschäft (z.B. REWE), aber dafür spart ihr euch den Müll und auch das CO2 das durch die kürzeren Lieferwege ebenfalls reduziert wird. Und weniger Müll ist nicht nur gut für die Umwelt, sondern auch für den Geldbeutel, denn die Restmülltonne kostet eine Menge Geld.
120l / wöchentlich = 378€ und 120l / zweiwöchentlich = 189€
–> Hier könnt ihr 189€ im Jahr sparen

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