Nachhaltigkeit

Leitungswasser – keine lästige Schlepperei und 100% frei von Plastik

In unserer Familie haben wir seit ewigen Zeiten Volvic getrunken und es hat uns geschmeckt. Mit dem wöchentlichen Familiengroßeinkauf schleppten wir natürlich auch Sixpack um Sixpack und Kasten um Kasten aus dem Supermarkt ins Auto und von da weiter ins Haus. Die leeren Flaschen sammelten sich dann im Keller solange bis wieder einmal jemand Erbarmen hatte. Meistens konnte man von den Pfandbeträgen einen ordentlichen Teil zum Einkaufsbudget beisteuern, das war dann aber auch schon der einzige „positive“ Teil an der Sache.

Natürlich nicht zu vergessen, dass man mit den Flaschen auch spielen kann und das sogar noch besser wenn sie voll sind. Aber Spass beiseite ;-).

Schlussendlich verbannten wir zumindest die bösen Einwegplastikflaschen, sprich Volvic und Co, von unserem Einkaufszettel und probierten uns stattdessen durch einige Alternativen in Mehrwegflaschen aus Glas. Zugegebener Maßen schmeckten und die Standardmarken aus Rewe, Lidl, Edeka, Penny und Co nicht wirklich und wir mussten weiter nach einer Lösung unseres Wasserproblems suchen.

Im ortlichen Biomarkt fanden wir dann stilles Mineralwasser der Marke „Lauretana“ in 1L Glasmehrwegflaschen und waren vorerst zufrieden. Allerdings sind 1L nicht 1,5L wie bei unserem ursprünglichen Wasser und so mussten wir noch mehr Kisten hin und her tragen, was uns auch kurz drauf zweifeln lies.


Für die beiden Trinkflaschen* der Kinder in der Schule nutzen sie selber schon seit einiger Zeit bereitwillig das Wasser aus der Leitung, anstatt von der einen in die andere Flasche umzufüllen. Und so entschied ich dann auch eine Testphase mit Leitungswasser zu starten.

Mein Mann war etwas skeptisch, aber zugegeben ab und an habe ich schon einmal die leeren Volvicflaschen wieder mit Leitungswasser aufgefüllt und es ist niemandem aufgefallen ;-).


Um alle Argumente gegen das Wasser aus der Leitung vom Tisch zu räumen entschloss ich mich zu einem Wassertest mit 9in1 Teststreifen für Trinkwasser*. Ein Glas voll Wasser und zack den Streifen rein, wieder raus und ein bisschen abwarten (natürlich alles laut Packungsbeilage). Mit dem vorliegenden Test habe ich unser Trinkwasser auf Gesamthärte, freies Chlor, Eisen, Kupfer, Blei, Nitrat, Nitrit, Brom, Chlorid, Flourid, Cyanursäure, Alkalität und pH-Wert getestet. Das Ergebnis war absolut in Ordnung, lediglich die Gesamthärte war in Bezug auf die Packungsbeilage etwas zu hoch. In der Trinkwasseranalyse unserer Stadtwerke konnte ich jedoch keinen Grenzwert entnehmen und auch der DVGW gibt an, das es dazu keine Grenzwerte in der Trinkwasserverordnung gibt, denn:

Der Begriff „Gesamthärte“ gibt, vereinfacht gesagt, die Konzentration von Calcium- und Magnesium-Ionen im Wasser an. […] Dennoch können mit einem hohen Härtegrad im Trinkwasser einige technische Nachteile verbunden sein. Beispielsweise verursacht sie störende Kalkablagerungen in Warmwasserbereitern […]

DVGW

Alle Zweifel waren beseitigt, alle überzeugt, die letzten Pfandflaschen wurden aufgebraucht und seit etwa Mitte Januar 2020 kaufen wir kein abgefülltes Trinkwasser mehr. In der kalten Jahreszeit trinken wir ohnehin viel Tee und auch die Kinder nehmen lieber eine Flasche Früchtetee* mit in die Schule als normales Wasser. Auch im Büro trinke ich lieber Tee als Wasser und das sogar im Sommer. By the way: Meinen absoluten Lieblingstee* kaufe ich mir immer direkt auf Vorrat, da ich ihn hier nur bei DM bekomme und der ist nicht direkt um die Ecke.

Unser Wechsel vom abgefüllten Wasser in Plastikflaschen hat neben den Vorteilen für die Umwelt auch noch sofort spürbare Vorteile für die Geldbörse.


Jeder Deutsche trinkt schätzungsweise 164,4 Liter Mineralwasser im Jahr (Quelle: Statista)

Legt man diese und ein paar weitere Zahlen zugrunde kann man sich sehr einfach die eigene Ersparnis ausrechnen. In unserem Fall vergleiche ich für einen 4 Personenhaushalt ( 2 Erwachsene, 2 Kinder) die beiden Wassersorten mit dem Leitungswasser und zusätzlich einem besonders günstigen Discounterwasser.

Volvic Lauretaner Leitungswasser Saskia
Preis (pro L) 0,99€ 1,08€ 0,006€ 0,13€
Kosten gerundet
(4 Personen/Jahr)
651‬€ 710€ 4€ 85€

Sicherlich bekommt ihr Volvic auch ab und an mal für 0,59€/L im Angebot und könnt so noch einige Euros sparen, aber an den Preis und die Qualität von Leitungswasser kommt leider keiner der Anbieter ran.


HINWEIS:
Für die Berechnung des Leitungswasserpreises müsst ihr übrigens zum einen die Trinkwasser-, als auch die Schmutzwassergebühr berücksichtigen. Für Solingen sind das aktuell (Stand 2/2020):
3,0675€ Trinkwassergebühr pro m³
2,937 € Schmutzwassergebühr pro m³
= 6€/m³ oder 0,006€/L


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