Ernährung

Fettverbrennung, Stoffwechsel, Blutzuckerspiegel & Co

Als ich damals mit dem Programm von Sophia Thiel begonnen habe und auch der geschlossenen und unsichtbaren Facebookgruppe beigetreten bin, las ich immer wieder Fragen wie „Gibt es eine Möglichkeit meinen Stoffwechsel anzukurbeln?“ oder „Hilfe mein Stoffwechsel ist kaputt, was mache ich bloß falsch?“.

Da ich zwischenzeitlich selber eine kleine Durststrecke hinter mich bringen musste und auch trotz stetigem Kaloriendefizit kaum Veränderungen bemerkbar waren, habe ich mich schon damals einmal mit dem Thema Fettverbrennung, Stoffwechsel, Blutzuckerspiegel und Co. auseinander gesetzt.

Eine Kernaussage aus dem Buch Fettlogik überwinden* von Nadja Hermann, das ich wirklich nur wärmstens empfehlen kann, lautet Solange ich mehr Kalorien verbrauche als ich meinem Körper zuführe nehme ich ab!. Sicherlich ist diese Aussage vollkommen richtig, jedoch habe auch ich angefangen daran zu zweifeln, denn es kann doch wirklich nicht egal sein mit welcher Art von Nahrung ich nun meinen Kalorienbedarf decke.

Damals habe ich zugegebener Maßen etwas mehr gecheatet als erlaubt und öfter sowohl familiär als auch faulheitsbedingt auf konforme Ernährung verzichtet. Trotz allem habe ich fast täglich ein Kaloriendefizit eingehalten und auch meine wöchentlichen Energiebilanzen sind vollkommen in Ordnung gewesen.

Als ich wieder über einen Stoffwechsel-Kommentar stolperte startete ich mit einer Tasse Caramel Apple Pie* bewaffnet ich meine Nachforschungen und stellte schon bald fest, dass meine Teewahl ganz gut war, denn die darin enthaltene Steviasüße* hat einen GI von 0 und praktisch keine Kalorien. Außerdem lässt sie den Insulinspiegel nicht ansteigen und schädigt meine Zähne nicht.

Aber was passiert nun eigentlich wenn wir doch einmal einen Keks mit den Kindern essen oder beim Familienabendbrot auf eine schnelle Scheibe Brot mit Käse zurückgreifen, statt mehr oder weniger aufwendig zu kochen? Kurz und knappt zusammengefasst reagiert unser Körper darauf wie folgt. Wenn wir ihm kohlenhydrateiche Nahrung zuführen schnellt unser Blutzuckerspiegel extrem schnell in die Höhe und es wird, das in der Bauchspeicheldrüse produzierte, Hormon Insulin ausgeschüttet. Dessen Aufgabe ist es den Blutzuckerspiegel zu regulieren, außerdem wird es für die Energieaufnahme in die Zellen benötigt. Über das Insulin werden die Zellen geöffnet und der Zucker (Glukose) kann dort zur Energiegewinnung aufgenommen werden. Alles was über die benötigte Energiemenge hinausgeht wird dort eingelagert und in Fett umgewandelt.

Eine starke Insulinausschüttung hemmt darüber hinaus die Freisetzung seines Gegenspielers Glykagon, das für die Freisetzung der Zuckerreserven verantwortlich ist und verringert so die Fettverbrennung für mehrere Stunden um etwa 35%. Da sich dieser extreme Anstieg des Blutzuckerspiegels und der damit verbundene höherer Insulinpegel fast genauso schnell wieder relativiert, ja sogar bis in den Bereich der Unterzuckerung reichen kann, bekommen wir den allseits bekannten Heißhunger. Wie so oft stillen wir diesen nun wieder mit kohlenhydrathaltiger Nahrung und führen so diese Kettenreaktion fort.

Die Bauchspeicheldrüse, die sowohl Insulin als auch Glykagon produziert, passt die Produktion dieser beiden Stoffe nun nach und nach dem Bedarf des Organismus an. Das Resultat unserer ständigen Überernährung ist ein dauerhaft hoher Insulinspiegel im Blut. Die Zellen entwickeln so über die Zeit eine Insulinresistenz und der Blutzuckerspiegel bleibt oben.

Wir können diese Entwicklung tatsächlich aufhalten und sogar Umkehren. Sophia Thiel und andere Programme bieten uns eine dauerhafte Ernährungsform an, die unseren gestörten Insulinhaushalt wieder regulieren kann. Hauptaspekt dieser Ernährungsformen liegt, wenn auch nicht direkt im Vordergrund näher erläutert, auf dem Verzicht von Zucker (Glukose) in den verschiedensten Formen. Wie viele nicht wissen ist Zucker unter vielen weiteren Namen in unseren Lebensmittel enthalten, speziell in den verarbeiteten. Es folgt eine kleine Übersicht, von denen uns allen sicherlich viele bekannt vorkommen.

Saccharose, Dextrose, Raffinose, Fruktosesirup oder Fruktose-Glukose-Sirup, Glukosesirup, Glukose-Fructose-Sirup oder Stärkesirup, Karamellsirup, Maltose oder Malzextrakt, Maltodextrin, Dextrin oder Weizendextrin, Süßmolkepulver und Gerstenmalz/Gerstenmalzextrakt

Am Beispiel von Sophia Thiel verzichten wir auf viele Zuckerzusätze indem wir mit möglichst vielen unverarbeiteten Lebensmitteln unsere Mahlzeiten zubereiten. Außerdem werden als Kohlehydratquellen solche gewählt die einen geringen glykämischen Index haben.

Der glykämischen Index (GI) bewertet ein Lebensmittel nach seiner Wirkung auf den Blutzuckerspiegel. Ein hoher GI bedeutet einen starken Einfluss, ein geringer eben einen schwachen. Lebensmittel die kaum oder keine Kohlenhydrate enthalten haben einen GI von 0 und haben auch keine Auswirkung auf den Blutzucker. Allgemein unterteilt man in hohen, mittleren und niedrigen GI. Einen hohen GI haben sämtliche Produkte aus Weizenmehl, alle Süßigkeiten und Lebensmittel aus dem Bereich Fastfood. Unter den Lebensmittel mit einem niedrigen GI finden wir die meisten Gemüse, sowie die uns bei Low-Carb Ernährungsformen zur Verfügung stehenden Kohlehydratelieferanten.

Halten wir uns nun konsequent an diese Ernährungsform (von mir aus auch mit Cheatday) geben wir unserem Körper auch die Chance Energie aus unseren Fettpolstern zu generieren und diese schmelzen zu lassen. Unter dieser Voraussetzung stimmt nun auch wieder die Aussage Nehme ich weniger Kalorien zu mir als mein Körper braucht nehme ich ab! Aus meiner Zusammenstellung an Informationen kann man entnehmen, dass es, für ungeduldige Menschen wie mich, die schnell Ergebnisse sehen wollen, tatsächlich nicht egal ist was sie essen, sondern uns die falschen Lebensmittel auf unserer Reise bremsen und behindern können.

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